Nichts ist wie es scheint. Über Fremd- und Eigenwahrnehmung

Meine Woche war hart. Die Erschöpfung steigt am Ende der Woche jedes Mal an und gleichzeitig ist sie meistens unsichtbar. Es gibt aber Momente in meinem Alltag, bei denen ich zumindest ein bisschen auftanken kann. Dieser hier ist zum Beispiel ein solcher Moment. Das Schreiben lässt mich aufatmen, es gibt mir das Gefühl des bei mir angekommen Seins und ich kann daraus Kraft schöpfen. Diese Woche gingen mir so unglaublich viele Dinge durch den Kopf. Und diese Woche war eine Woche, in der ich sehr viel Weltschmerz in mir hatte. Vor ein paar Tagen habe ich bei Instagram eine persönliche Nachricht erhalten, in der mich eine Abonnentin etwas fragte und zum Schluss folgenden Satz schrieb: „Ich mag deine Art unangenehme Themen anzusprechen und diese zu reflektieren. Manchmal würde ich mir wünschen genauso selbstsicher zu sein.“ Natürlich hat es mich gefreut, gleichzeitig fand ich es total spannend und irritierend, wie ich offensichtlich wahrgenommen werde.

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Eine Ode an die weibliche Wut

Ich bin wütend. Schon lange. Vielleicht schon immer. Ich erinnere mich daran, dass ich als Kind zurechtgewiesen wurde, wenn ich meine Wut frei äußerte und versuchte mich zu verteidigen. Diese (meine) Wut war nämlich nicht erwünscht, schon gar nicht bei einem Mädchen. Ich würde sagen, dass ich ein sehr wütendes Kind und eine sehr wütende Jugendliche war, denn ich habe die Ungerechtigkeiten gespürt, aber konnte sie meistens nicht in Worte fassen, geschweige denn sichtbar machen.

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Sonntagspost, Freundinnen und sonstige Veränderungen

Nachdem ich beschlossen habe mich bei Instagram nicht mehr zu verausgaben, nur damit der Algorithmus meine Beiträge eventuell pusht (und er es dann doch nicht tut), geht es mir deutlich besser. Ich habe einige Follower*innen verloren, womit ich ja gerechnet habe. Der erste Newsletter ist am Freitag rausgegangen und erstaunlich viele haben sich hierfür angemeldet – darüber habe ich mich riesig gefreut. Ich war tatsächlich etwas aufgeregt als ich auf „senden“ gedrückt und mir dabei vorgestellt habe, wie dieser Text nun ganz frisch in eure Postfächer flattert. Leider scheint es Probleme mit web und gmx Mailadressen zu geben, so dass ich erstmal einige Nachrichten beantworten und den Link separat versenden musste. (Was ich gerne getan habe, aber natürlich nicht im Sinne des Erfinders eines Newsletters ist. Ihr versteht.)

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Was meine Angst zu versagen mit der Anzahl der Follower*innen zu tun hatte

Im Jahr 2009 habe ich mich bei Facebook angemeldet, davor war ich bei Studi-VZ. Damals ging es vor allem darum sich mit Freund*innen und mit Bekannten zu vernetzen. Man hat Leute „von früher“ (ich war damals Anfang zwanzig) wieder entdeckt und mit ihnen geschrieben. WhatsApp gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Ich habe vielleicht ein paar Bilder von meinem Urlaub am Bodensee gepostet oder hin und wieder das Profilbild gewechselt, das war’s dann auch schon.  

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Oh Instagram, was hast du aus mir gemacht?

Ich habe immer mal wieder Instagramkrisen und verfluche diese digitale Welt. Gleichzeitig merke ich oft gar nicht, wie ich mein Smartphone in die Hand nehme und diese App öffne. Jene Handlung scheint schon in Fleisch und Blut übergegangen zu sein. Ich schaue mir unendlich viele Stories an und beobachte dabei wie Menschen mit dem Hula-Hoop-Reifen im Rhythmus schwingen, wie sie ihre Wohnung putzen oder wie sie ihren Alltag gestalten. Im Nu verbringe ich 30 Minuten am Stück mit Instagram (mehrere Male am Tag) und fühle mich danach teilweise einfach nur schlecht. Oder aber ich habe mich influencen lassen und glaube eine Sache ganz dringend zu benötigen.

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