Können Mädchen, die mit Puppen spielen auch Feministinnen werden?

Hätte ich als Kind schon gewusst, dass ich mich eines Tages als Feministin bezeichnen würde und dass ich Geschlechterklischees für problematisch erachte, wäre ich möglicherweise im Kindergarten nicht dauernd in der Puppenecke gewesen? Vielleicht hätte ich mich dann weniger als Prinzessin verkleidet und weniger Vater-Mutter-Kind gespielt? Im Spiel waren unsere Rollen nach dem klassischen Rollenmuster verteilt: Es gab Väter (die immer auf Geschäftsreise waren, weil sie keiner spielen wollte) und Mütter mit ihren Kindern. Wir Puppenmütter haben im Spiel unsere Kinder versorgt, gingen einkaufen, haben gekocht und gebügelt – wir taten im Grunde all das, womit eine Frau bzw. eine Mutter gesellschaftlich identifiziert wurde und immer noch wird. Wir spiegelten die Norm der gesellschaftlichen Erwartungen wider. Natürlich haben wir uns damals keine Gedanken über andere Möglichkeiten des Familienzusammenlebens gemacht, für uns gehörte es zur „Normalität“, dass es in einer „richtigen“ Familie einen Vater, eine Mutter und Kind(er) gibt – und zwar genau in dieser Reihenfolge. Und dass sich der Vater eher im Außen bewegt und die Mutter für das Innere, sprich für das Wohlergehen der Familienmitglieder, verantwortlich ist.

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Hört auf mit dem Bashing gegen Luisa Neubauer!

Eine junge Frau geht auf die Straße, sie kämpft für eine gute Sache, sie problematisiert politisches Vorgehen, sie fordert ein Umdenken, sie klärt auf und hat die Bewegung Fridays for Future – nach dem Vorbild der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg – initiiert. Sie hat eine Menge junger Leute erreicht, die gemeinsam mit ihr jeden Freitag auf die Straße, anstatt in die Schule oder in die Uni, gehen, um auf den Klimawandel mit seinen Folgen aufmerksam zu machen. All diese jungen Menschen möchten etwas in Bewegung bringen, einen Diskurs eröffnen, Veränderungen herbeiführen, weil sie verstanden haben, dass wir mit unserem einzigen Planeten so umgehen, als wären noch weitere Erden vorhanden.

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Unperfekt – die Kolumne

Manchmal halte ich das perfekte Leben meiner Mitmenschen und meiner virtuellen Facebook-Freunde kaum mehr aus. Wieso schaffe ich es nicht ein perfektes Leben zu führen? Ein Leben, das ich vorzeigen kann. Ein Leben, das ich in Bildern auf meiner Facebook-Seite präsentiere und ich dafür von anderen gefeiert werde. Ein Leben, das wie am Schnürchen verläuft: Abi, Ausbildung oder Studium, Job und Karriere, Mann und Kinder, Häuschen und Garten, Urlaub, Grillpartys und Kaffeeklatsch. Ich schaffe es ja noch nicht einmal die Wohnung immer und zu jedem Zeitpunkt in einem tipp-topp-paraten Zustand zu erhalten. Dann schaue ich mich in meinem (virtuellen) Umfeld um und es scheint so, als würden die anderen – vor allem Frauen – all das mit links schaffen.

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4 hartnäckige Mythen über Erziehung und wie wir diese entlarven

Auf dem Markt gibt es unendlich viele Erziehungstipps von Experten (oder von solchen, die sich dafür halten), es gibt ferner etliche Erziehungsratgeber oder auch unzählige Erziehungskurse. Es werden die besten wissenschaftlich getesteten Methoden erläutert, wie Kinder richtig erzogen werden und weshalb eine gute Erziehung so wichtig ist. Erziehung sei das A und O für eine gesunde Entwicklung. Kinder benötigen feste Strukturen, ansonsten machen sie was sie wollen und tanzen uns Erwachsenen auf der Nase herum. Wenn ich solche Sätze höre, dann schüttelt es mich und ich atme tief ein und aus. Schließlich denke ich an die Pinguine des Filmes Madagaskar und sage mir: Einfach nur lächeln und winken.

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