Weshalb dieser Blog?

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Ja, das ist wahrlich eine berechtigte und gute Frage. Es gibt schließlich ganz wunderbare Blogs und Homepages mit Themen, die genau die Bereiche behandeln über die ich hier auch schreiben möchte.

Genau jene Blogs besuche ich ständig und regelmäßig, könnte mich darin stundenlang verweilen, lasse mich inspirieren und denke über das Geschriebene der Autoren nach. Regelmäßig besuche ich zum Beispiel die Seite von Nora Imlau, Herbert Renz-Polster oder Sandra Schindler (Hier kannst du meinen Gastbeitrag auf Sandra Schindlers Seite lesen) – auf diesen Blogs findest du tolle Texte rund um die menschliche Entwicklung. Weitere Blogs, die ich sehr mag, weil die Autor*innen spannende, kluge und feinsinnige Beiträge schreiben, sind: Fielfalt, juramama oder kaiserinnenreich.

Und nun kommt nochmal ein weiterer Blog dazu, wie wenn es nicht schon genug von dieser Sorte gäbe!? Warum schreiben Menschen überhaupt einen Blog? Welche Motivation steckt dahinter?

Das Projekt „Blog“

Das Thema „Blog“ liegt mir schon eine ganze Weile auf dem Herzen. Seit mehr als einem Jahr frage ich mich: Soll ich? Oder soll ich nicht? Soll ich das Projekt wirklich wagen? Möchte ich tatsächlich meine Texte veröffentlichen? Und was passiert dann? Diese und andere Fragen habe ich mir ständig gestellt und ja, ich habe wirklich mit mir gehadert. Dass ich gerne Texte schreibe, ist für mich persönlich eine Tatsache. Doch irgendwann habe ich mich gefragt, was mit diesen Texten, mit meinen Gedanken passieren soll? Schreibe ich nur für mich oder bin ich auch bereit andere Menschen daran teilzuhaben?

Mir begegnete irgendwann eine Weisheit aus dem Zen-Buddhismus, die lautet:

Tu es oder tu es nicht, aber hör auf, es zu versuchen

Vielleicht sollte das eine Botschaft an mich, meine Selbstzweifel und an meine Ängste sein? Tu es oder tu es nicht! Man merkt an dieser Stelle vielleicht bereits, dass mir das Treffen von Entscheidungen nicht gerade leicht fällt. Am liebsten möchte ich alles überdenken und in die Zukunft schauen können, denn erst in der Zukunft, können wir für die Vergangenheit sagen, ob wir „richtig“ oder „falsch“ gehandelt haben. Ob sich etwas gelohnt hat, ob wir Erfolg haben oder ob wir womöglich gescheitert sind. Natürlich habe ich Angst vor dem Scheitern, davor einen Fehler zu machen, mich zu blamieren oder ähnliches. Wer möchte das schon? Aber ist es auf der anderen Seite nicht auch total langweilig, wenn wir immer alles „richtig“ machen? Wenn wir immer auf der Erfolgsspur wären? Könnten wir uns dann überhaupt noch an den kleinen Dingen des Lebens freuen? Tief in mir weiß ich, dass Scheitern und Fehler machen etwas ganz urmenschliches ist. Das Problematische ist nicht das Scheitern selbst, sondern vielmehr der Umgang damit. Schließlich bekommen wir von Anfang an suggeriert, dass es wichtig ist, möglichst keine Fehler zu machen. Wir leben heute in einer Gesellschaft, in der es darum geht, sich selbst und sein Leben zu optimieren. Das Scheitern ist darin gar nicht vorgesehen – das passiert nur jenen, die sich nicht genug im Griff haben, die sich eben nicht gut optimieren können oder wollen. Lob und Anerkennung erhalten wir, wenn wir möglichst vieles gut und eben richtig machen. Ein gutes Beispiel sind Schulnoten: Für Fehler erhalten Schüler*innen in Klausuren Punkteabzug und werden mit schlechten Zensuren bestraft. Ein konstruktiver Umgang mit den Fehlern wird jedoch nicht gelehrt. Diese Überlegungen bedeuten im Umkehrschluss allerdings nicht, dass es darum gehen sollte absichtlich oder vorsätzlich zu scheitern bzw. Fehler zu machen. Das würde ich ebenfalls für problematisch erachten.

Die kritische Brille

Sobald ein Thema kritisch diskutiert wird, wird häufig die Frage gestellt: Was haben Sie für eine Lösung? Oder: Wie macht man es dann „richtig“? Denn wer kritisiert, sollte bitteschön auch eine Lösung parat haben, die auch noch umsetzbar ist. Hat man keine Lösung, darf man auch nicht kritisieren, basta! Und genau das sehe ich anders. Ich finde es wichtig die Welt durch eine kritische Brille zu betrachten. Ich finde es wichtig, Ansichten, Vorgehensweisen oder Praktiken zu hinterfragen. Und genauso finde ich es wichtig, dass wir eine Kultur konstruktiver Diskussionen leben sollten. Oft führen wir Debatten, die das Ziel haben „richtig“ und „falsch“ zu identifizieren. Doch wir sprechen nicht über die Bedeutung dieser beiden Wörter.

Ich sehe tatsächlich vieles kritisch – auch meine eigene Profession. Und dennoch bin ich gerne als Sozialpädagogin tätig. Eine kritische Betrachtungsweise bedeutet nicht, etwas abzulehnen, sondern vielmehr sich aus unterschiedlichen Sichtweisen mit einer Sache auseinanderzusetzen. Diese Unterscheidung ist sehr wichtig, auch um meine Texte zu verstehen.

Ich schreibe, weil ich gerne schreibe, nicht weil ich muss! Und genau deshalb habe ich mich für einen eigenen Blog entschieden. Weil ich gerne schreibe, weil es mir Freude bereitet und ich vielleicht den ein oder anderen mit meinen Texten erfreuen oder sogar zum Nachdenken anregen kann.

Alles Liebe!

Sandra

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